Hilfeleistungseinsatz beim Hochwasser der Elbe und Mulde

Am 18. August 2002 wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Goslar zur Unterstützung der örtlichen Kräfte beim Hochwassereinsatz der Elbe und Mulde in den Raum Dessau / Wörlitz (Sachsen-Anhalt) alarmiert.

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft wurde aufgrund der Einsatzlage in ihrer Zusammensetzung umgestellt und gliederte sich in die Bereitschaften West und Ost mit je 3 Zügen und einer Stärke von jeweils ca. 70 Personen.

Die Ortswehr Harlingerode gehörte zur Bereitschaft Ost und besetzte zusammen mit anderen Feuerwehrleuten aus der Stadt Bad Harzburg die aus der Stadt Bad Harzburg eingesetzten 5 Feuerwehrfahrzeuge. Vom 19. bis 24. August 2002 waren Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Harlingerode im Hochwassereinsatz. Es wurden durch die Freiwillige Feuerwehr Harlingerode täglich 5 Feuerwehrleute sowie an 2 Tagen zusätzlich 1 Kamerad als Führungskraft gestellt. Die Kameradinnen und Kameraden der gesamten Kreisfeuerwehrbereitschaft wurden alle 24 Stunden vor Ort ausgewechselt ! Hierzu wurden täglich 4 Busse von Goslar nach Dessau-Vockerode eingesetzt. Der Bereitstellungsraum der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Goslar war in Vockerode bei Dessau in einem stillgelegten Kraftwerk. Vockerode liegt bei Dessau an der Autobahn 9 Berlin - München. Von hieraus erfolgten die einzelnen Hilfeleistungseinsätze in den "Wörlitzer-Winkel". Hier waren neben der Autobahn 9 insbesondere das Gartenreich Dessau-Wörlitz, welches seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sowie große Teile der Bevölkerung von den Wassermassen bedroht.

Die tägliche Arbeit der eingesetzten Feuerwehrleute gestaltete sich teilweise recht unterschiedlich. So wurde auf der Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Vockerode und Dessau-Ost in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr eine große Anzahl von Pumpen betrieben, um eine Unterspülung bzw. Überflutung der Autobahn zu verhindern. Die Ortschaft Rehsen war von den Wassermassen komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Hier galt es von der Ortschaft Gohrau aus, in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und dem DLRG welche Boote einsetzte, die eingeschlossen Bewohner über eine Distanz von ca. 1 Kilometer zu retten. Es wurden an diversen Sandsackfüllstellen zusammen mit der Bevölkerung Unmengen an Sandsäcken gefüllt und auf Fahrzeuge zum Abtransport an die Deiche verladen. Aufgrund der Übermächtigen Menge des Wassers musste nach mehrstündiger Arbeit zur Dammverstärkung der bedrohten Ortschaften Horstdorf und Kakau diese letztendlich aufgegeben werden, da das Wasser den Einsatzkräften von hinten den Weg abschnitt und aus allen Richtungen in die Ortschaften drang.

Die Feuerwehrleute arbeiten in den 24 Stunden ihres Dienstes vor Ort teilweise bis zur körperlichen Erschöpfung.

Zu den 24 Stunden des örtlichen Einsatzes kamen zusätzlich ca. 3 ½ Stunden für die Hin- und Rückfahrt zum Einsatzort. Somit waren die Kameraden aus dem Landkreis Goslar jeweils über 30 Stunden im Einsatz !!

In den Medien wurden genug Bilder über diese Ereignisse gezeigt. Wir haben deshalb auf die Veröffentlichung von Bildern verzichtet.

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© Freiwillige Feuerwehr Harlingerode 2008